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Präventive Wirkung für Mutter und Kind

Dtsch Arztebl Int 2017; 114(4): 61; DOI: 10.3238/arztebl.2017.0061a

Ohe, Gudrun von der

Ein wichtiges Thema: Die in 12/2015 und 01/2016 erschienen Artikel in Acta Paediatrica und Lancet bestätigten in Metaanalysen die präventive Wirkung des Stillens für Mutter und Kind.

In Frauenmilch ist weit weniger Protein enthalten als in vielen anderen Säugetiermilchen. Es ist daher wichtig, dass Ersatzprodukte einen niedrigen Proteingehalt haben. Angegeben wird, dass Muttermilchersatzprodukte mit ähnlich niedrigem Proteingehalt wie Muttermilch angeboten werden. Das ist jedoch falsch; Muttermilch enthält nur 0,9 g/100 mL Proteine (1), nicht wie angegeben 1,2 g/100 mL (2

2.
Prell C, Koletzko B: Breastfeeding and complementary feeding—
recommendations on infant nutrition. Dtsch Arztebl Int 2016; 113: 435–44 VOLLTEXT

). Zudem bestehen die Proteine der Muttermilch zum Teil aus Immunstoffen, die nicht zur Verdauung zur Verfügung stehen.

Bezüglich der Allergieprävention scheinen die ersten vier Lebensmonate entscheidend zu sein. Ob eine hypoallergene Wirkung bei den verschiedenen HA-Präparaten vorhanden ist, wurde in einer aktuellen Metaanalyse angezweifelt.

Eine Beikosteinführung mit Beginn des fünften Lebensmonats ist meist zu früh und nicht notwendig. Entwicklungsbedingt sind die Kinder in dem Alter noch nicht so weit, deshalb muss ihnen zu diesem Zeitpunkt – wie im Artikel beschrieben – Beikost in Form von Brei zugeführt werden. Interesse am Essen besteht meist erst nach dem fünften Lebensmonat (3).

Leider kommt es immer wieder vor, dass aufgrund falscher Interpretation der S3-Leitlinie Allergieprävention die Eltern von Kinderärzten in Deutschland zu früh zur Beikosteinführung gedrängt werden. Mehr von der Industrie unabhängige Fortbildungen wären wünschenswert.

Ein vermutetes „window of opportunity“ konnte nicht bestätigt werden. Werden Säuglinge zum Zeitpunkt der Beikosteinführung weiterhin nach Bedarf gestillt, gibt es ernährungsphysiologisch keine Bedenken, wenn die Beikosteinführung in Form von mundgerechten Stücken gegeben wird („baby-led weaning“), und sie werden seltener übergewichtig (4).

DOI: 10.3238/arztebl.2017.0061a

http://www.aerzteblatt.de/archiv/185754/Praeventive-Wirkung-fuer-Mutter-und-Kind

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